Wurzelbehandlung – Endodontologie

Zähne ein Leben lang zu erhalten ist nicht immer einfach – besonders wenn sie entzündet sind. Dennoch sind die eigenen Zähne in den allermeisten Fällen besser als jeder noch so gute Ersatz. Eine Zahnwurzelbehandlung kann das mit hoher Wahrscheinlichkeit erreichen. 

Auf dieser Seite möchten wir Ihnen die wichtigsten Aspekte der Wurzelbehandlung erläutern.

Unsere Spezialisten für Endodontologie

Dr. Mar­co Geor­gi, M.Sc., ist als Spe­zia­list für mikro­skopische Endodon­to­lo­gie, ­Revi­si­ons­be­hand­lung und Mikro­chir­ur­gie ein gefrag­ter Dozent an vie­len Fortbildungs­instituten. Seit mehr als 10 Jah­ren unter­rich­tet er auch inter­na­tio­nal und hat die wis­sen­schaft­li­che ­Lei­tung der endo­dontologischen Fort­bildung der hes­sischen Lan­des­ärz­te­kam­mer inne. In der PRAXIS AM KURECK lei­tet er regel­mä­ßig Fort­bil­dungs­ver­an­stal­tun­gen für ande­re Zahn­ärz­te und Endodon­to­lo­gen.  Er ist Grün­dungs­prä­si­dent des Ver­ban­des Deut­scher Zer­ti­fi­zier­ter Endodon­to­lo­gen (VDZE)

Dr. Hen­ning Bah­n­e­mann, M.Sc., ist eben­falls ein erfah­re­ner Spe­zia­list für Endodon­to­lo­gie und mi­kro­skopische Zahn­heil­kun­de. Er ist außer­dem Exper­te für zahn­ärzt­li­che Hyp­no­se. Dr. Bah­n­e­mann ist Vize­prä­si­dent des VDZE und als Refe­rent im Bereich Endodon­to­lo­gie tätig.
ZA Chris­tof Rif­fel, M.Sc., ist spe­zia­li­siert auf Kin­der-Endo­­don­­to­­lo­gie, Trau­ma­to­lo­gie und zahn­ärzt­li­che Hyp­no­se. Er ist lang­jäh­ri­ges akti­ves Mit­glied des VDZE.

Warum wird mein Zahn krank?

In den häu­figs­ten Fäl­len erkrankt ein Zahn durch Kari­es­bak­te­ri­en, aber auch Unfäl­le, zahn­ärzt­li­che oder kie­fer­or­tho­pä­di­sche Behand­lun­gen kön­nen die Ursa­che sein. Eine Ent­zün­dung bzw. Infek­ti­on im Inne­ren des Zah­nes ist die Fol­ge sol­cher Rei­ze. Im Inne­ren eines Zah­nes ver­zweigt sich ein Kanal­sys­tem, in dem sich leben­des Gewe­be (Pul­pa) mit Ner­ven und Blut­ge­fä­ßen befin­det. Lei­der ist die Abwehr­leis­tung die­ses Gewe­bes sehr ein­ge­schränkt, so dass der Kör­per es manch­mal nicht schafft, die Rei­ze aus­rei­chend abzu­weh­ren und die Erkran­kung auszuheilen.

Frü­her gab es kei­ne Ret­tung für sol­che Zäh­ne. Da das Kanal­sys­tem eines Zah­nes oft­mals sehr gra­zil und mit vie­len Krüm­mun­gen ver­se­hen ist, gab es kei­ne Behand­lungs­mög­lich­keit, so dass der Zahn gezo­gen wer­den musste.

Was kann der Zahnarzt tun, damit ich meinen Zahn behalte?

Um einen ent­zün­de­ten oder leb­lo­sen Zahn erhal­ten zu kön­nen, muss sei­ne Wur­zel behan­delt wer­den. Die Bak­te­ri­en im Zahn müs­sen ent­fernt und der Zahn so gut ver­schlos­sen wer­den, dass kei­ne neu­en Kei­me hin­ein gelan­gen können.

Da das Wur­zel­sys­tem des Zahns, ähn­lich wie bei einem Baum, vie­le klei­ne Ver­äs­te­lun­gen (zum Teil nur weni­ge Hun­derts­tel Mil­li­me­ter groß!) auf­weist, kön­nen die­se nur unter dem Mikro­skop sicht­bar gemacht wer­den. Die­se Tech­nik und ent­spre­chend fle­xi­ble und mikrof­ei­ne Instru­men­te erlau­ben eine opti­ma­le Vor­be­rei­tung zur Ent­fer­nung der Bak­te­ri­en und des erkrank­ten Gewe­bes – und somit auch  einen grö­ße­ren Behandlungserfolg.

Als Vor­be­rei­tung zur Fül­lung des Wur­zel­ka­nal­sys­tems wer­den die Wur­zel­ka­nä­le mit hoch­elas­ti­schen Mikrof­ei­len auf­be­rei­tet. Für das Abfül­len des Kanal­sys­tems wird das mit Natur­gum­mi ver­wand­te Mate­ri­al Gutta­per­cha erwärmt und in Kom­bi­na­ti­on mit einem adhä­si­ven Zement in das nun opti­mal vor­be­rei­te­te Sys­tem eingebracht.

Nur wenn es gelingt, das Wur­zel­sys­tem gründ­lich von den Bak­te­ri­en zu rei­ni­gen, kann die Infek­ti­on besei­tigt wer­den und der Kno­chen wie­der ausheilen.

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Wie groß ist die Chance, meinen Zahn zu erhalten?

Natür­lich kommt es auf die indi­vi­du­el­len Gege­ben­hei­ten an, wie zum Bei­spiel das Ent­zün­dungs­sta­di­um und die Mund­hy­gie­ne. Aber auch die Ana­to­mie des Zahns und evtl. zusätz­li­che Fak­to­ren, wie Ver­lust des Zahn­hal­teap­pa­ra­tes durch die Bil­dung von Zys­ten, spie­len eine nicht unwe­sent­li­che Rol­le. Lang­zeit­stu­di­en in den USA und Skan­di­na­vi­en erga­ben für die pro­fes­sio­nel­le endodon­to­lo­gi­sche Behand­lung unter Anwen­dung der oben genann­ten Metho­dik eine Erfolgs­quo­te von über 80%.

Was kostet die Behandlung?

Die Kos­ten der Behand­lung rich­ten sich nach dem Zeit­auf­wand. Die­ser wird vor der Behand­lung an indi­vi­du­el­len Gege­ben­hei­ten wie dem Ent­zün­dungs­sta­di­um und der Ana­to­mie des Zahns  bemes­sen. Eine so spe­zi­el­le, indi­vi­du­el­le und not­wen­di­ger­wei­se anspruchs­vol­le  Behand­lung ist aller­dings im Leis­tungs­ka­ta­log der Kran­ken­kas­sen nicht vor­ge­se­hen. Sie tra­gen die Kos­ten nur zu einem gerin­gen Teil. Der übri­ge Teil ist pri­vat von den Pati­en­ten zu tra­gen. Vor Beginn der Behand­lung wird daher für Ihren indi­vi­du­el­len Fall ein detail­lier­ter und ver­bind­li­cher Kos­ten­vor­anschlag erstellt.

Welche Alternativen gibt es?

Meist gibt es nur die Alter­na­ti­ve, den Zahn zu zie­hen und die ent­stan­de­ne Lücke durch ein Implan­tat zu ver­sor­gen. Die Kos­ten für eine Wie­der­her­stel­lung Ihres natür­li­chen Lächelns sind dabei auch nicht zu unter­schät­zen. Sie lie­gen oft weit höher als die einer Wurzelbehandlung.

Das Operationsmikroskop: exakte Kontrolle des Behandlungsablaufs

Um die fei­nen ver­äs­tel­ten Kanä­le sicher zu bear­bei­ten, ist eine gute Sicht nicht nur hilf­reich, son­dern in der moder­ne Endodon­tie uner­läss­lich. Mit dem blo­ßen Auge sind die fei­nen Ein­gän­ge zu den Kanä­len oft­mals nicht zu erken­nen. Ver­lässt man sich nur auf das Fin­ger­spit­zen­ge­fühl, blei­ben vie­le Kanä­le und Nischen im Ver­bor­ge­nen. Die dort ver­blie­be­nen Gewebs­res­te und Bak­te­ri­en kön­nen zu einem erneu­ten Auf­flam­men der Ent­zün­dung auch Jah­re nach der Behand­lung führen.

Nur 39% der in Deutsch­land her­kömm­lich (ohne OP-Mikro­skop) durch­ge­führ­ten Wur­zel­ka­nal­be­hand­lun­gen sind erfolg­reich, und nur 12% der Behand­lun­gen zei­gen ein Ergeb­nis, das den Anfor­de­run­gen der ESE (Euro­pean Socie­ty of Endodon­to­lo­gy) entspricht.

Moder­ne Ope­ra­ti­ons­mi­kro­sko­pe, die mit einer aus­ge­klü­gel­ten Optik (bis 35-fache Ver­grö­ße­rung) aus­ge­stat­tet sind, las­sen uns heu­te nicht mehr „im Dun­keln“ arbei­ten. Der Ope­ra­teur kann nun tief ins Zahn­in­ne­re hin­ein­se­hen. Dadurch erkennt er auch Unre­gel­mä­ßi­ges, von der Norm Abwei­chen­des. Gezielt und sicher wer­den auch schwie­ri­ge Ver­äs­te­lun­gen behan­del­bar. Auch Pro­blem­fäl­le, wie Löcher in der Wur­zel­ka­nal­wand oder abge­bro­che­ne Instru­men­te im Wur­zel­ka­nal sind mit Hil­fe des OP-Mikro­skops meist zu lösen.

Die PRAXIS AM KURECK ver­fügt über drei hoch­mo­der­ne OP-Mikro­sko­pe für die Endodon­to­lo­gi­sche Behandlung.

So verläuft eine Wurzelbehandlung

1. Kofferdam (engl. coffer = dicht + dam = Deich)

Zunächst wird der Zahn mit einem Gum­mi­tuch vom Mund­raum iso­liert. Damit wird zum einen ver­hin­dert, dass Bak­te­ri­en aus dem Spei­chel in den Zahn gelan­gen kön­nen, zum ande­ren wird sicher ver­hin­dert, dass Spül­flüs­sig­kei­ten in den Rachen gelangen.

 

2. Zugang

Der Zahn­arzt ver­schafft sich einen Zugang zum Kanal­sys­tem, um die äußerst fei­nen Kanal­struk­tu­ren zu betrach­ten. Dabei muss er sehr vor­sich­tig vor­ge­hen, um den Zahn nicht unnö­tig zu schwä­chen. Ver­grö­ße­rungs­sys­te­me (wie z. B. Lupen­bril­le oder Mikro­skop) sind hier oft unum­gäng­li­che Hil­fen, um auch kleins­te Details sicher zu erken­nen und sub­stanz- scho­nend behan­deln zu können.

 

3. Wurzelkanalaufbereitung

Im wei­te­ren Ver­lauf rei­nigt der Zahn­arzt die Kanä­le mit fei­nen Instru­men­ten und des­in­fi­zie­ren­den Spü­lun­gen. Wich­tig ist vor allem, die Kanä­le auf vol­ler Län­ge zu rei­ni­gen. Dafür ist die Anfer­ti­gung von Rönt­gen­bil­dern not­wen­dig. Zusätz­lich kann die Kanal­län­ge auch elek­tro­me­trisch sehr genau bestimmt wer­den. Manch­mal sind meh­re­re Sit­zun­gen für medi­ka­men­tö­se Ein­la­gen not­wen­dig, um den Zahn von Bak­te­ri­en zu befreien.

4. Wurzelkanalfüllung

Nach­dem die Kanä­le gründ­lich gerei­nigt wor­den sind, füllt der Zahn­arzt das Kanal­sys­tem mit Gutta­per­cha, einem bio­kom­pa­ti­blen Natur­ma­te­ri­al. Dadurch wird ver­hin­dert, dass Bak­te­ri­en das Kanal­sys­tem wie­der besie­deln und infi­zie­ren kön­nen. Der Zugang durch die Zahn­kro­ne wird mit einem Fül­lungs­ma­te­ri­al dicht verschlossen.

Revision einer Wurzelbehandlung

Warum braucht mein Zahn eine erneute Wurzelkanalbehandlung?

Das Ziel einer Wur­zel­ka­nal­be­hand­lung ist es, die Wur­zel­ka­nä­le des Zah­nes von Bak­te­ri­en zu rei­ni­gen und durch eine dich­te Wur­zel­ka­nal­fül­lung deren Wie­der­be­sie­de­lung zu ver­hin­dern. Wenn jedoch Bak­te­ri­en im Kanal­sys­tem ver­blie­ben sind, kön­nen sich die­se wie­der ver­meh­ren, wenn

  • Kanä­le über­se­hen wurden
  • Kanä­le nicht auf aus­rei­chen­der Län­ge oder Brei­te bear­bei­tet wurden
  • auf­grund einer kom­ple­xen Kanal­ana­to­mie die Rei­ni­gungs­wir­kung zu gering war

Ein wei­te­rer Grund für eine erneu­te Infek­ti­on durch bak­te­ri­el­le Besie­de­lung des bereits gefüll­ten Kanal­sys­tems kann auch eine Wur­zel­ka­nal­fül­lung sein, die dem Spei­chel mit sei­nen Bak­te­ri­en aus­ge­setzt ist. Dies ist oft die Fol­ge von Kari­es oder einer zu spä­ten Ver­sor­gung mit einer defi­ni­ti­ven Fül­lung oder Krone.

Wenn mein Zahn „tot” ist, warum schmerzt er dann trotzdem?

Bei der Wur­zel­ka­nal­be­hand­lung wird das Gefäß-Ner­ven­bün­del aus dem Inne­ren der Wur­zel ent­fernt. Der Zahn ist aber in ein Zahn­fach ein­ge­bet­tet, wel­ches sich ent­zün­den kann. Wenn es durch Bak­te­ri­en aus dem Inne­ren des Zah­nes zu einer aku­ten Ent­zün­dung des Zahn­fa­ches kommt, dann kön­nen Schmer­zen, Schwel­lung und Eiter­bil­dung die Fol­ge sein.

Können alle Zähne durch eine Revision erhalten werden?

Jeder medi­zi­ni­schen The­ra­pie sind Gren­zen gesetzt. So kann es in kom­ple­xen Fäl­len unmög­lich sein, das Kanal­sys­tem voll­stän­dig zu rei­ni­gen. Manch­mal muss ein chir­ur­gi­scher Ein­griff unter­stüt­zend vor­ge­nom­men wer­den, um den Zahn zu erhalten.

Wenn ich keine Schmerzen habe, ist dann mein Zahn gesund?

Bei chro­ni­schen For­men der Infek­ti­on ver­läuft die­se häu­fig ohne jeg­li­che Beschwer­den. Nicht sel­ten wer­den die Fol­gen der Infek­ti­on erst auf einem Rönt­gen­bild ent­deckt. Der Zahn­arzt sieht dann, dass sich der Kno­chen um die Zahn­wur­zel auf­ge­löst hat. Die­ser Abbau ist fort­schrei­tend und kann sich in eine aku­te Ent­zün­dung mit Schmer­zen, Schwel­lung und Eiter­bil­dung umwandeln.
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Ablauf einer Revisionsbehandlung

1. Kofferdam (engl. coffer = dicht + dam = Deich)

Zunächst wird der Zahn mit einem Gum­mi­tuch (Kof­fer­dam) vom  Mund­raum iso­liert. Damit wird zum einen ver­hin­dert, dass der mit Bak­te­ri­en ver­se­he­ne Spei­chel in den Zahn gelangt, und zum ande­ren gelan­gen kei­ne frem­den Stof­fe in den Rachen.

2. Entfernung der alten Wurzelkanalfüllung

Der Zahn­arzt muss zunächst die bestehen­de Fül­lung aus den Kanä­len ent­fer­nen. Ist der Zahn mit einem Wur­zel­stift ver­sorgt, muss auch die­ser her­aus­ge­nom­men werden.

Die Ent­fer­nung kann je nach Art der in der Wur­zel­ka­nal­fül­lung ver­wen­de­ten Mate­ria­li­en und abhän­gig von der Art der Wur­zel­stif­te unter­schied­lich schwie­rig und sehr zeit­auf­wän­dig sein. Dafür sind Ver­grö­ße­rungs­sys­te­me (z. B. Lupen­bril­le oder Mikro­skop) eine sehr wert­vol­le Hil­fe und manch­mal sogar eine Vor­aus­set­zung, um auch kleins­te Details sicher zu erken­nen und sub­stanz­scho­nend behan­deln zu können.

3. Wurzelkanaldesinfektion

Im wei­te­ren Ver­lauf ist es wich­tig, das gesam­te Kanal­sys­tem gründ­lich zu rei­ni­gen. Füll­te die alte Wur­zel­ka­nal­fül­lung das  Kanal­sys­tem nicht voll­stän­dig aus, so müs­sen die noch unbe­han­del­ten Antei­le erschlos­sen wer­den. Ist dies gelun­gen, kön­nen die Wur­zel­ka­nä­le mit fei­nen Instru­men­ten und des­in­fi­zie­ren­den Spü­lun­gen  gerei­nigt werden.

4. Wurzelkanalfüllung

Nach­dem die Kanä­le gründ­lich gerei­nigt wor­den sind, füllt der Zahn­arzt das Wur­zel­ka­nal­sys­tem. Der Zugang durch die Zahn­kro­ne wird zunächst pro­vi­so­risch mit einem Füll­ma­te­ri­al dicht verschlossen.

Wann braucht mein Zahn eine chirurgische Wurzelkanalbehandlung?

Die Wur­zel­ka­nal­be­hand­lung dient der Zahnerhal­tung. Grund­la­ge für den Erfolg der Behand­lung ist eine sorg­fäl­ti­ge Rei­ni­gung des äußerst fei­nen Wur­zel­ka­nal­sys­tems. Selbst bei Ver­wen­dung opti­scher Ver­grö­ße­rung und gra­zi­ler Instru­men­te las­sen sich in eini­gen Fäl­len z. B. alte Wur­zel­füll­ma­te­ria­li­en oder Wur­zel­stif­te nicht aus dem Kanal ent­fer­nen. Es kön­nen auch, trotz aller Sorg­falt und moderns­ter Behand­lungs­tech­nik, Bak­te­ri­en zurück­blei­ben, die Pro­ble­me verursachen.

Auch nach einer nicht­chir­ur­gi­schen Wur­zel­ka­nal­be­hand­lung kann daher ein unter­stüt­zen­der chir­ur­gi­scher Ein­griff not­wen­dig sein, wenn die Hei­lung aus­bleibt. In sol­chen Fäl­len bil­det sich in der Regel Ent­zün­dungs­ge­we­be an der Wur­zel­spit­ze oder es tre­ten Beschwer­den auf.

Erscheint die Mög­lich­keit einer Wie­der­ho­lung der Wur­zel­ka­nal­be­hand­lung nicht erfolg­ver­spre­chend, bleibt in den meis­ten Fäl­len die chir­ur­gi­sche Wur­zel­ka­nal­be­hand­lung in Form der Wur­zel­spit­zen­re­sek­ti­on (WSR) als ein­zi­ger Aus­weg zur Zahnerhaltung.

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So verläuft eine chirurgische Wurzelbehandlung

Grund­sätz­lich ist zu sagen, dass häu­fig im Zusam­men­hang mit einer Wur­zel­spit­zen­re­sek­ti­on die zuvor durch­ge­führ­te Wur­zel­ka­nal­fül­lung erneu­ert wer­den muss. Das heißt, der Wur­zel­ka­nal wird erneut gerei­nigt, des­in­fi­ziert und gefüllt (Revi­si­on). Der chir­ur­gi­sche Ein­griff fin­det in fol­gen­den Schrit­ten statt:

1. Freilegung der Wurzelspitze

Im ers­ten Schritt wird nach einer Anäs­the­sie (Betäu­bung) die Mund­schleim­haut über der Wur­zel­spit­ze gelöst und ange­ho­ben, um den Kno­chen über der Wur­zel­spit­ze frei­zu­le­gen. Nun kann im zwei­ten Schritt das Ent­zün­dungs- gewe­be ent­fernt und der Bereich um die Wur­zel­spit­ze gesäu­bert werden.

 

2. Reinigung des Wurzelkanals

Mit gra­zi­len Ultra­schall­spit­zen wird der Wur­zel­ka­nal von der Wur­zel­spit­ze her auf­be­rei­tet und gerei­nigt. Für eine scho­nen­de und siche­re Durch­füh­rung, beson­ders im Hin­blick auf die Rei­ni­gung und Fül­lung der Wur­zel­ka­nä­le von der Wur­zel­spit­ze aus, sind gra­zi­le Spe­zi­al­in­stru­men­te wie z. B. fei­ne Ultra­schall­spit­zen, feins­te Füll­spa­tel und Stop­fer notwendig.

3. Wurzelkanalfüllung und Wundverschluss

Nach der Rei­ni­gung wird der Wur­zel­ka­nal auch von der Wur­zel­spit­ze aus wie­der gefüllt und das Wund­ge­biet ver­näht. Das Ergeb­nis wird mit einem Rönt­gen­bild überprüft.

 

4. Heilung und Nachkontrolle

Bei erfolg­rei­cher Behand­lung heilt der Kno- chen­de­fekt inner­halb eines Zeit­raums von meh­re­ren Mona­ten. Das Hei­lungs­er­geb­nis wird mit Rönt­gen­bil­dern in regel­mä­ßi­gen Abstän­den kontrolliert.

Falsche Vorurteile gegenüber Wurzelkanalbehandlungen

Vorurteil Nr. 1: Wurzelkanalbehandlungen sind schmerzhaft.

Die Wahrheit: Wurzelkanalbehandlungen verursachen keine Schmerzen, sondern beseitigen Schmerzen.

Die Geschich­ten über schmerz­haf­te Wur­zel­ka­nal­be­hand­lun­gen haben mit moder­ner Endodon­to­lo­gie nichts zu tun. Die heu­ti­gen Anäs­the­ti­ka (Schmer­zaus­schal­ten­de Injek­ti­ons­mit­tel) und ziel­ge­rich­te­ten Tech­ni­ken der Endodon­to­lo­gie machen eine Wur­zel­ka­nal­be­hand­lung nicht weni­ger kom­for­ta­bel als das Legen einer Füllung.

Die meis­ten Pati­en­ten suchen ihren Zahn­arzt oder Endodon­to­lo­gen auf, wenn sie anhal­ten­de Zahn­schmer­zen haben. Sol­che Schmer­zen kom­men oft von erkrank­tem Pulpen-(Nerven) Gewe­be im Inne­ren des Zah­nes. Bei der Wur­zel­ka­nal­be­hand­lung wird das erkrank­te Gewe­be ent­fernt und somit auch die Ursa­che für den Schmerz.

Eine Umfra­ge zeig­te, dass Pati­en­ten, die Erfah­run­gen mit einer Wur­zel­ka­nal­be­hand­lung gemacht hat­ten, die­se sechs mal mehr als „schmerz­los“ beschrie­ben haben, als Pati­en­ten die noch kei­ne Wur­zel­ka­nal­be­hand­lung erhal­ten hatten.

 

Vorurteil Nr. 2: Wurzelkanalbehandlungen verursachen Krankheiten.

Die Wahrheit: Wurzelkanalbehandlungen sind eine sichere und erfolgreiche Behandlung

In der Ver­gan­gen­heit hat eine klei­ne Grup­pe von Medi­zi­nern behaup­tet, dass es einen Zusam­men­hang gäbe zwi­schen wur­zel­be­han­del­ten Zäh­nen und dem Auf­tre­ten bestimm­ter Erkran­kun­gen. Die­se Mei­nung basiert auf der längst über­hol­ten Stu­die von Dr. West­on Pri­ce aus der Zeit von 1910–1930!

Vie­le wis­sen­schaft­li­che Stu­di­en, die seit über 70 Jah­ren auf die­sem Gebiet ver­öf­fent­licht wer­den, zei­gen, dass es kei­nen Zusam­men­hang zwi­schen Wur­zel­ka­nal­fül­lun­gen und irgend einer Art von Erkran­kung gibt. Die jüngs­ten Unter­su­chun­gen zu die­sem The­ma zei­gen deut­lich, dass ein ordent­lich wur­zel­be­han­del­ter Zahn kei­ner­lei gesund­heit­li­ches Risi­ko darstellt.

 

Vorurteil Nr. 3: Eine gute Alternative zur Wurzelkanalbehandlung ist das Ziehen des Zahns.

Die Wahrheit: Ihren natürlichen Zahn zu erhalten ist sicherlich die beste Wahl.

Nichts kann Ihren natür­li­chen Zahn kom­plett erset­zen. Künst­li­che Zäh­ne zwin­gen sie manch­mal dazu, ihre Ernäh­rungs­ge­wohn­hei­ten zu ändern. Die eige­nen Zäh­ne zu bewah­ren, bedeu­tet, sich die Freu­de am Essen und ihre viel­fäl­ti­gen Genüs­se zu erhal­ten. Die Wur­zel­ka­nal­be­hand­lung ist die bio­lo­gisch ver­träg­lichs­te Art, die Erkran­kung des Gewe­bes im Inne­ren ihres Zah­nes (Pul­pa) zu behandeln.

Gute Wur­zel­ka­nal­be­hand­lun­gen haben eine sehr hohe Erfolgs­quo­te. Vie­le Zäh­ne hal­ten danach ein Leben lang. Der Ersatz von ver­lo­ren gegan­gen Zäh­nen durch Brü­cken, Pro­the­sen oder Implan­ta­ten benö­tigt meist mehr zeit­li­chen und finan­zi­el­len Auf­wand. Außer­dem ist meis­tens die Behand­lung von benach­bar­ten Zäh­nen und umlie­gen­den Gewe­ben notwendig.